Wandern und Erleben

Wo die Kinzig sich durch Hanau schlängelt und viele Brücken unterquert (Tour Nr. 4)

02.06.2021

Der Wasserturm an der Philippsruher Allee mutet an wie in der Toskana.


Wanderlänge: 6 Kilometer
Wanderdauer: 1:30 Stunden
Eignungsgrad: weitgehend barrierefrei, leicht begehbare Wege, für Familien mit Kindern geeignet
Besondere Reize: natürlicher Flusslauf, Brückenerkundung, Baukultur
Start-Haltestelle: Auf der Aue
Ziel-Haltestelle: Neuhofstraße
Buslinien: für Hinweg Linie 5 Hauptbahnhof-Marktplatz-Weststadt (20-Minuten-Takt) oder 10 Lamboy-Freiheitsplatz-Friedhof Kesselstadt(20-Minuten-Takt); für Rückweg Linie 2 Lamboy-Freiheitsplatz-Hauptbahnhof (20- Minuten-Takt) oder Linie 10 (Fahrplan-Download unter www.hsb.de).

Für die Planung hilfreich: https://www.komoot.de/tour/346823151

Zu Hanaus schönen, einzigartigen Seiten gehören die beiden Flüsse und ihre gut zugänglichen Ufer.
Wo die Kinzig in den Main mündet, beginnt die Wanderung im Herzen der Stadt. Die dortige Hellerbrücke wurde 1716 als Stück der repräsentativen Allee zum entstehenden Schloss Philippsruhe gebaut und letztmals 1992 erneuert. Historisch interessant ist hier auch der an der Sandsteinbrüstung angegebene Hochwasser-Pegelstand von 1882 – würde der heute erreicht, liefe Hanaus Innenstadt voll. Historisch mit Schloss Philippsruhe zusammen hängt als nächste Wegmarke auch der 200 Meter weiter westlich gelegene, 42 Meter hohe Wasserturm, errichtet um 1878. Er erzeugte den erforderlichen Wasserdruck für die Springbrunnen im Schlosspark.

Dieses Trafohaus der Stadtwerke Hanau stammt aus dem Jahr 1938.


Der Weg führt nach rechts und mit Blick auf die modernisierte Pumpstation, 1910 als Anlage für die damals eingeführte Hanauer Kanalisation in Betrieb gegangen, bis an einen kurzen Seitenarm der Kinzig.
Und weiter nach links zu einem kleinen Steg über den hier mündenden Salisbach und dann über eine große Wiese bis zum Köppelweg. Den an zwei Ruhebänken nach rechts wählen. An der Gabelung von Fuß- und Radwegen rechts am Gnadengarten für Tiere vorbei, auf die Kinzig zu und an dieser entlang unter den beiden Bahnbrücken hindurch. Etwa 500 Meter führt der Weg (Radroute nach Gelnhausen) durch die „Milch“ mit Wiesen, Kleingärten und Ackerflächen auf beiden Seiten – hier sollte nach Plänen aus den 1960er Jahren übrigens die Bundesstraße 45 verlaufen. – Auf  dieser Tour der Brücken folgt als nächste die direkt am Fluss zu unterquerende, in ihren Vorgängerformen schon vor der Hellerbrücke entstandene Vorstadtbrücke.
Von der Brücke lohnt sich ein Blick zurück auf die idyllische Kinzig. Zugleich ist es eine Tour mit Fassadenkunst: hier zunächst an den Brückenpfeilern zu sehen und dann an der Straße „Vor der Kinzigbrücke“ am alten Trafohaus. Hier immer geradeaus (an Bruchköbeler Landstraße rechts abbiegen), bis der Steg über den Fallbach erreicht ist. Dieser mündet hier – mit Blick auf das Schwimmbad – in die Kinzig. Den Fuß- und Radweg auf der linken Flussseite weitergehen, am Alten Rückinger Weg führt er an der Straße entlang. Ein Abstecher zum blauen Eisstand gegenüber kann die Wanderung versüßen.

Am Umweltzentum: Verweilort am Fluss, entstanden zur Landesgartenschau 2002


Bevor die 2005 erneuerte Wilhelmsbrücke zu sehen ist, wird es auf der Kinzig etwas lauter; dafür sorgt das Wasserrauschen eines Wehrs (mit Fischtreppe). Geradeaus führt der Weg weiter in die Otto-Wels-Straße.
Rechts taucht bald das nächste Flusswehr an der Herrnmühle auf. Hinter einer Wiese ist ein langer Steg für Fuß- und Radverkehr über den Fluss sichtbar; dem gegenüber liegt der Tiefgarten – eines der Gestaltungselemente der Hanauer Landesgartenschau von 2002. Dem Radweg nach Gelnhausen unter der Bahnbrücke hindurch weiter folgen, bis links das Umweltzentrum mit interessanten Informationen und Schaugarten auftaucht – auch das eine Errungenschaft der Gartenschau. Die Kinzig ist dank eines Altarms an dieser Stelle noch idyllischer. Eine Treppe in Höhe eines weiteren bunt bemalten Trafohauses führt näher zum Fluss. Der Wanderweg auf dem Kinzigdamm verläuft führt geradeaus an Kleingärten entlang, bis ein Pappelwäldchen rechts den Abstecher zum Flussufer lohnt. Hier ist das einzigartige Licht- und Luftbad beheimatet mit Wiese und Beachvolleyballplatz – von einer Zeitung schon mal als „Kurort vor der Haustür“ bezeichnet; früher mit Kinzig-Badeufer. Zum Schluss die letzte Kinzigbrücke dieser Tour anpeilen und vor ihr nach links durch die Neuhofstraße zur Zielhaltestelle.

Wo Pferde grüßen, kleine Seen entzücken und sportliche Herausforderungen möglich sind (Tour Nr.3)

22.05.2021

Kleinod im Staatspark Wilhelmsbad – das historische Pferdekarussell


Wanderlänge: 5 Kilometer
Wanderdauer: 1:20 Stunden
Eignungsgrad: weitgehend barrierefrei, leicht begehbare Wege, für Familien mit Kindern gut geeignet
Besondere Reize: Baukultur, Pferde, Natur, sportliche Betätigung
Start-Haltestelle: Bahnhof Wilhelmsbad
Ziel-Haltestelle: Königsberger Straße
Buslinien: 9 Freiheitsplatz-Bahnhof-Wilhelmsbad-Hohe Tanne Mittelbuchen (Hinweg, Halbstundentakt) /
Rückweg: 5 Weststadt-Marktplatz-Hbf oder 10 (Friedhof Kesselstadt-Freiheitsplatz-Lamboy (beide im 20-Minuten-Takt, Fahrplan-Download unter www.hsb.de)
Für die Planung hilfreich: https://www.komoot.de/tour/343303354

Nach dem Ausstieg an der Start-Haltestelle den Autoparkplatz in nördlicher Richtung queren auf den Staatspark Wilhelmsbad zu. Aus dem historischen Gebäudeensemble der ehemaligen Kuranlage kommt zunächst die pseudomittelalterliche, von Wasser umgebene Burgruine in den Blick. Ist die erreicht, wird  am westlichen  Parkrand das restaurierte, fast 250 Jahre alte, historisch einzigartige Pferdekarussell sichtbar. Nach leichtem Anstieg lohnt ein Blick hinein und auf die Infotafel. Termine zu Führungen und Fahrzeiten unter karussell-wilhelmsbad.de. Ein Spielplatz im Park ist in der Nähe.

Eine Bank und ein kleiner Strand laden am ersten See zu einer Rast ein.


Ein kurzer Abstecher ins Wäldchen nach Westen lohnt sich, denn auf der wackligen Hängebrücke dort haben vielen ihren Spaß. Dann kurz nach Norden und auf der gegenüberliegenden Straßenseite die Idylle des Wilhelmsbader Hofs genießen – meist mit Pferden auf der Koppel. Der Wanderweg führt an der Straße kurz bergab zur Kreuzung und dann in Hohe Tanne nach rechts an der Hochstädter Landstraße entlang und am Ortsausgang gegenüber der Schwalbenstraße nach links. Über den Forstweg am Waldrand entlang, durch Wiesen, unter der Hochspannungsleitung, über den Braubach und durch die Brücke des Autobahnzubringers gelangt man in den Wald. Nach wenigen Metern taucht links eine geschlossene Bahnschranke auf.
Diese durch die DB öffnen zu lassen, ist über eine Gegensprechanlage linker Hand an einem gelben Pfahl möglich.
Im Dörnigheimer Wald folgt nun der idyllischste Teil der Tour: drei nach Süden aneinandergereihte kleine Seen. Dafür nach der Schranke ungefähr 100 Meter geradeaus, dann links in einen schmaleren Weg abbiegen, dem Ufer des ersten Sees nach rechts folgen, am Südufer nach links an einer Ruhebank mit schönem Ausblick vorbei.

An der Boulebahn des Bürgerparks Hochgericht werden die Spielregeln gut erklärt.


In der weiteren Abfolge nach rechts und am gesamten Ostufer des zweiten Sees entlang.
Ungefähr in der Mitte desselben hat die Stadt Maintal an einem kleinen Strand eine interessante Infotafel über die Tierwelt der Umgebung und das Insektensterben angebracht.  Vor dem dritten See nach links Richtung Schnellstraße abdrehen und parallel zu dieser nach rechts. Nach wenigen hundert Metern gelangt man durch einen Fußgängertunnel unter der Kennedystraße und dann gleich links zum Freizeitpark Hochgericht. Hier ist Skaten, Basketball- oder Fußballspielen möglich; viele Kinderspielgeräte sind vorhanden, Sitzgelegenheiten und Liegewiesen. Quer durch diesen Park nach Westen ist an den Kleingärten eine gepflegte städtische Boulebahn mit einem Spielregelschild gelegen, die ausreichend Sitzbänken einen geselligen Abschluss ermöglicht.
Von dort zur Ziel-Haltestelle ist es über die Weimarer Straße nur noch ein Katzensprung.

Wo sich Kneippen, Naturgenuss und Spaß beim Boulen vereinen lassen (Tour Nr. 2)

07.05.2021

Der Wasserturm oberhalb vom Hellental ist prägend für Steinheim


Wanderlänge: 5,5 Kilometer,  teils Mainwanderweg (Zeichen blaues M)
Wanderdauer: 1:30 Stunden
Eignungsgrad: weitgehend barrierefrei, leicht begehbare Wege, genug Ruhebänke unterwegs, für Familien mit Kindern gut geeignet  
Besondere Reize: Natur, Kneippen und Boulen, Zeugnisse der Volksfrömmigkeit, Pferde 
Start-Haltestelle: Darmstädter Straße oder Am Obertor (Steinheim)          
Ziel-Haltestelle: Maindamm (Klein-Auheim)
Buslinien: 12 Ikea-Freiheitsplatz-Steinheim sowie 4 Freiheitsplatz-Steinheim-Klein-Auheim
(Halbstundentakt Linie 12, Viertelstundentakt Linie 4, Fahrplan-Download unter www.hsb.de)
Für die Planung hilfreich: https://www.komoot.de/tour/344553961

Am Ende der Von-Eiff-Straße in Steinheim lässt sich der Kreislauf in der Kneippanlage gleich zu Beginn in Wallung bringen. Tretbecken, Barfußpfad und Fitnessgeräte helfen dabei.  Diese Kombination ist in Hanau einmalig. Am Eingang zur Kneippanlage werden das blaue M und das Schild „Zur Fasanerie“ erstmals zum wiederkehrenden Anhaltspunkt. Der Wasserturm zur Rechten dient zudem der ersten Orientierung.

Pferdekoppel-Idylle und Kraftwerk spiegeln Gegensätze wider


Parallel zum Hellenbach schlängelt sich der Weg durchs liebliche Tal. Trauerweiden ragen teils bis auf den Weg, die Wiesen sind feucht (im Sommer Mückengefahr), hier fühlt sich zuweilen auch ein Biber wohl. Bevor ein kleiner See erreicht ist, zeugt auf der Linken ein erster, mit Blumen geschmückter Marien-Bildstock von der Volksfrömmigkeit. Nach rund zwei Kilometern zweigt der Weg nach links ab. Nahe der Brücke über die Schnellstraße lohnt ein Blick zurück aufs Hellental und die Steinheimer Altstadt-Silhouette.
Das Kraftwerk Staudinger gibt dann grob die Wanderrichtung vor. 
Über den Weg „Bruchseite“ ist die autobefahrene Fasaneriestraße zu queren, und sofort folgt der idyllische Tistrasee - benannt nach der Firma, die hier früher Kies abbaute. Dem Weg „Am Tistrasee“ folgen, dann an der der Nordostecke des Sees kurz nach rechts Richtung Fasanerie und gleich wieder nach links den Weg „Vor der Lache“ wählen. Der Fasanenhof kommt in den Blick – und damit die ersten Pferde auf vielen Koppeln.
Die Landschaft und durch Wiesen und Äcker bestimmt.
 

Ausdruckkatholischer Volksfrömmigkeit: der Marienbildstock „Jungfrau der Armen“


Wie eine Wegmarke wirkt an der nächsten Kreuzung der zweite Marienbildstock, die „Jungfrau der Armen“.
Hier lohnt sich auf dem Speckweg ein kurzer Abstecher nach rechts zum Obst- und Gemüsehof Wurbs mit Hofladen, Gartenrestaurant und Spielplatz. Auf dem Weg zurück mit Blick auf Klein-Auheim macht ein krähender Gickel auf den Geflügelzuchtverein aufmerksam. 
Nun folgen einige hundert Meter geradeaus: an Pferdekoppeln vorbei, die Straße „Zum Flurkreuz“ überqueren und in der Weiskircher Straße links in einen langgezogenen Grünstreifen mit Fußweg einbiegen (nach der Lilienstraße).  An der ersten Straßenkreuzung kommt ein Kleinkind-Spielplatz mit Boulebahn in den Blick – eine von einem Dutzend in der „Boulebahn-Stadt“ Hanau. Hier ist ein vergnüglicher gemeinschaftlicher Abschluss beim Kugelspiel möglich. Die Schlussetappe erfolgt weiter durch den Grünzug, hinter einem Spiel- und Bolzplatz mit Seilbahn über den Fußweg nach rechts. Abermals ist die Fasaneriestraße zu überqueren und hinter der Eugen-Kaiser-Schule der Fußweg nach rechts zu wählen.
An der Famta Klein-Auheim vorbei, über den Bornpfad nach rechts und über ein kurzer Stück Sudetendeutsche Straße nach links bis zur Geleitstraße; an dieser Kreuzung ist die Zielhaltstelle Maindamm in Sichtweite.

Wo Störche in Horsten brüten und teils steinalte Geschichte erlebbar wird (Tour Nr. 1)

21.04.2021

Landschaftsschutzgebet an den Breulwiesen


Wanderlänge: Rund 6 Kilometer                   
Wanderdauer: 1:40 Stunden
Eignungsgrad: weitgehend barrierefrei, mittelschwer, überwiegend gut begehbare Wege
Besondere Reize: Natur und Geschichte / Storchenhorste, alte Burganlage, römisches Hügelgrab, Bismarckturm,
teils Regionalparkroute durch den Wald 
Start-Haltestelle: Raiffeisenstraße (Mittelbuchen)
Ziel-Haltestelle: Bismarckturm (Hohe Tanne)
Buslinie: 9 Freiheitsplatz – Hohe Tanne – Mittelbuchen (meist im Halbstundentakt, Fahrplan-Download unter www.hsb.de)
Für die Planung hilfreich: https://www.komoot.de/tour/343320907

In den Wiesen im Süden von Hanaus ältestem Stadtteil Mittelbuchen fühlen sich Störche wohl. Das ist schon kurz nach dem Ausstieg zu erleben: Von der Haltestelle Raiffeisenstraße Richtung Hanau, dann rasch links in „Zur Breulwiese“, am Wendehammer Fuß- und Radweg weiter geradeaus, ebenso am Schild „Landschaftsschutzgebiet“ entlang einer Pappelreihe, dann befestigten Weg nach rechts. Der erste Storchenhorst ist in Sicht, ihn anpeilen.

Horst nahe der Kreuzung Am Storchnest/Am Läusgarten


Dann nach rechts Richtung Landesstraße 3008 (Busroute nach Mittelbuchen) durch eine schöne Streuobstwiese.
Nach links Fuß- und Radweg entlang der L 3008 bis zur Einfahrt „Hüfner Gartenbau“ auf der anderen Straßenseite.
Auf festem Weg geradeaus wieder an Streuobstwiesen vorbei. Mit Blick auf die Windräder am Horizont kommt der zweite „bewohnte“ Storchenhorst in den Blick. An der Wegekreuzung „Am Storchnest/ Am Läusgarten“ kurz nach linkt und gleich wieder nach rechts.
Entlang Graben und Baumreihe führt der Wege in den Wald. Bald nach einem Hochsitz folgen zwei Holzplanken über einen Bach, dann nach rechts bis zum Wiesenrand.
Dort links halten Richtung Wachenbuchen. Am Weg entlang kommt der dritte Horst in den Blick.
 

Bismarckturm an der gleichnamigen Zielhaltestelle


Wenn rechts Wasserwerk und Maschinenhalle nahen, an der Kreuzung nach links auf den Wanderweg.
Weiße Sitzsteine werden sichtbar – ein Charakteristikum der hier verlaufenden Regionalparkroute.
Von dort ein kurzer Abstecher nach rechts zu einer vermutlich schon im frühen Mittelalter errichteten Turmhügelburg; an einer Sitzbank erklärt eine etwas in die Jahre gekommene Karte auf Holz die Anlage.
Der Weg führt zurück zu Regionalparkroute. Dort werden an weißen Stelen Pflanzenarten, Waldbewässerung und das Schutzgebiet Hirzwald erklärt, ebenso auf einem großen Schild ein römisches Hügelbrandgrab. Weiter geradeaus und der Regionalparkroute über die Autobahnbrücke und an einer rasch folgenden Gabelung nach rechts folgen. In einer Kurve folgen weitere weiße Sitzsteine, ehe am Waldrand das Waldportal erreicht ist – eine unterbrochene Sandsteinmauer als Wegmarke der Regionalpark-Anbindung zur Hohen Straße.
Die Zielhaltestelle ist mit leichtem Schwenk nach rechts erreicht, direkt neben dem Bismarckturm, der 1905 zu Ehren von Reichskanzler Otto von Bismarck eingeweiht wurde.