Ab Ende Juli können Fahrgäste in HSB-Bussen wieder vorne einsteigen und Fahrkarten im Bus kaufen

06.07.2020

Trennscheibe und Vorneeinstieg

Zwar gelten in den Bussen der Hanauer Straßenbahn (HSB) Corona-bedingt für die Fahrgäste weiterhin Maskenpflicht und größtmögliches Abstandhalten. Aber voraussichtlich Ende Juli ist zunächst zumindest bei der Hälfte der Busse wieder der Einstieg vorne beim Fahrpersonal möglich – und damit auch der Fahrkartenkauf. Die entsprechenden Fahrzeuge versieht die HSB außen mit gut erkennbaren Hinweisen zum Vorneeinstieg. Dieser soll im Laufe des Sommers in allen fast 70 HSB-Bussen wieder möglich sein. „Damit erfüllen wir einen vielfach geäußerten Wunsch von Fahrgästen“, sagt Verkehrsdezernent Thomas Morlock als HSB-Aufsichtsratsvorsitzender.
Damit kehre ein „weiteres Stück Normalität in den Stadtbusverkehr“ zurück, nachdem die HSB auch ihre Abendverbindungen wieder allesamt aufgenommen habe, sagt der Stadtrat weiter. Die HSB hoffe daher auf weiteren Fahrgastzuwachs und Fahrgeldeinnahmen. Bisher seien im Vergleich zur Zeit vor Ausbruch der Pandemie knapp zwei Drittel der durchschnittlichen Reisendenzahl wieder erreicht.
HSB-Geschäftsführer Thomas Schulte betont, dass der Vorneeinstieg wieder möglich werde dank eingebauter Trennscheiben aus Plexiglas. Die schützten das Fahrpersonal gegen Ansteckung mit dem Corona-Virus. Bisher bleibt zur Sicherheit im Bus die erste Sitzreihe hinter dem Fahrpersonal frei, zudem schafft eine Barriere im Busdurchgang an dieser Stelle für Abstand.
Schulte sagt weiter, dass die HSB in Trennscheiben und Einbau insgesamt rund 45.000 Euro investiere. Das sei nur möglich dank der Förderung des hessischen Verkehrsministeriums im RMV-Gebiet. Die HSB-Werkstatt arbeite „mit Hochdruck“ daran, stetig mehr Busse mit Trennscheiben auszurüsten. Sie sei dabei abhängig von Zulieferfirmen, die „momentan eine extreme Nachfrage haben – verbunden mit entsprechenden Lieferzeiten“. Darüber hinaus brauche die neuerliche  TÜV-Zulassung, die wegen der Nutzungsänderung mit Trennscheiben nötig ist, „eine Weile“. Auch hier gebe es einen „gewissen Handlungsstau“, weil derzeit viele Verkehrsunternehmen ihre Busse mit Plexiglas am Fahrerplatz nachrüsten.
Da seit Mitte März kein Einstieg und Fahrkartenkauf vorne im Bus möglich war, erreichten die HSB Schulte zufolge „vielfach Fragen ehrlicher Kundinnen und Kunden“, wie sie denn ohne Einzeltickets Schwarzfahren vermeiden könnten. Hinzu kam nämlich, dass die RMV-Mobilitätszentrale am Freiheitsplatz zum Beginn der Pandemie ganz geschlossen war und Fahrkartenautomaten nur an den Bahnhöfen nutzbar sind beziehungsweise erst Ende April zusätzliche an Freiheits- und Marktplatz hinzukamen.
„Das hat uns gezeigt, dass unsere Vertriebskanäle möglichst vielfältig sein müssen und dass die persönliche Beziehung zwischen Verkaufspersonal und Kundschaft erst recht in Krisenzeiten wichtig und vertrauensbildend ist“, meint Schulte. Daher plane die HSB auch, ihre Vorverkaufsstellen möglichst in alle Stadtteile auszuweiten und Fahrgastlotsen für die Alltagshilfe anzubieten. Und sie bewerbe den Ticketkauf per RMV-Handy-App intensiver, denn mit dieser seien die Kundinnen und Kunden „stets unabhängig von jeglicher Verkaufsstelle“.