Vor fünf Jahrzehnten zogen HIS und HSB in die Daimlerstraße: Arbeitsbedingungen verbessert, Synergien geschaffen


Anekdotenbuch

Nach 2008, dem Jahr ihres hundertjährigen Bestehens, feiert die Hanauer Straßenbahn (HSB) 2017 ein weiteres wichtiges Jubiläum. Denn es ist nun 50 Jahre her, dass sie aus dem zu klein gewordenen Depot an der Ecke Leipziger Straße/Heraeusstraße an ihren jetzigen Standort in der Daimlerstraße umzog. 1966 hatte dort schon das Stadtreinigungs- und Fuhramt sein neues Domizil gefunden, 1968 folgte der städtische Bauhof in der Verlängerung zum Alten Auheimer Weg. HSB und HIS nehmen dieses Jubiläum nun zum Anlass für einen gemeinsamen Tag der offenen Tür am Samstag, 26. August, von 10 bis 17 Uhr. „Die Daimlerstraße 5 ist für die öffentliche Daseinsvorsorge in Hanau eine wichtige Adresse“, unterstreicht Stadtrat Thomas Morlock.
Das Gelände an der Daimlerstraße erwarb die Stadt Hanau zum allergrößten Teil erst 1964 infolge eines Gemarkungstausches von der damals selbständigen Stadt Großauheim. Das ist einer historischen Ausstellung zu entnehmen, die beim Tag der offenen Tür in den Bus-Hallen der HSB zu sehen ist.
Wo heute HSB und HIS beheimatet sind, war bis ins 19. Jahrhundert hinein ein Sumpfgebiet, nämlich das so genannte „Rohr“ an der südöstlichen Gemarkungsgrenze Hanaus zu Großauheim. Das wurde 1831 und in den Folgejahren im Rahmen einer staatlich finanzierten Arbeitsbeschaffung trocken gelegt. Es entstand eine Entwässerung durch den Krawallgraben in den Main. 1846 eröffnete in dieser Gemarkung der heutige Hauptfriedhof an der Dettinger Straße, 1872/73 der heutige Hauptbahnhof.
Warum fanden 1966 bis 1968 die Umzüge statt? Herbert Dröse und Dr. Hermann Krause, seinerzeit Oberbürgermeister und Bürgermeister der Stadt, war daran gelegen, dass die drei städtischen Betriebe ihre nicht mehr brauchbaren Nachkriegsstandorte verließen. So platzte das Stadtreinigungs- und Fuhramt am Industrieweg neben dem Dunlop-Gelände, im Volksmund „Mississippi“ genannt, förmlich aus allen Nähten. Der Bauhof musste im Kinzigheimer Weg dem sich neu ansiedelnden Spezialgase-Hersteller Gerling, Holz & Co. weichen, nachdem er 1956 erst dem entstehenden Heinrich-Fischer-Bad hatte Platz machen müssen. Am Alten Auheimer Weg war zuvor eine Spedition ansässig, deren Gelände und Hallen die Stadt für ihren Bauhof erwarb. Die HSB hatte sich bis 1967 ihr Betriebsgelände mit ihrer damaligen Unternehmensmutter, den Stadtwerken Hanau, teilen müssen.
Seite 16 aus 100 Jahre HSB
Seite 16 aus 100 Jahre HSB

In der Daimlerstraße entstand ein städtisches Dienstleistungszentrum. „Es war klug Heizzentrale und Kantine gemeinsam zu nutzen, diese Synergien schöpfen HIS und HSB heute noch“, würdigt Stadtrat Morlock die damalige Entscheidung. Hinzu kam, dass die Belegschaften ein Stück weit zusammen wuchsen, wie von Zeitzeugen aus diesen Jahren zu hören ist.
Sie heben auch hervor, dass der Umzug mit Modernisierung verbunden war, mit technischem Fortschritt und Humanisierung der Arbeit. Als Beispiele nennt die Jubiläumsausstellung das Einführen von Hebebühnen und eine Waschanlage in der HSB-Buswerkstatt.
Und ein Zeitzeuge der Müllabfuhr meint, der Umzug sei für die damaligen Beschäftigten „wie ein kleines Wunder“ gewesen. Seine Begründung: „Nun hatten wir gescheite Umkleideräume und Sanitäranlagen, so dass wir jeden Tag zum Dienstschluss duschen konnten.“ Das habe es zuvor im „Mississippi“ nicht gegeben. Dort sei freitags ein älterer Mann gekommen und habe Feuer gemacht, damit die Müllwerker warmes Wasser für die Badewannen hatten.
„Damals ist die Grundlage dafür geschaffen worden, als Stadt ein guter Arbeitgeber zu sein, dem das Wohlergehen seiner Beschäftigten am Herzen liegt“, findet der heutige HIS-Betriebsleiter Markus Henrich. Diese Meinung teilt Geschäftsführer Thomas Schulte und fügt aus HSB-Sicht hinzu: „Es war zugleich eine kluge Standortentscheidung, sich in der Nähe des Hauptbahnhofs anzusiedeln, um kurze Ein- und Ausrückwege der Busse zu einem der wichtigen Verknüpfungspunkte zu erhalten. Überdies konnte das aus Bus und Bahn bestehende System des ÖPNV frühzeitig ins Bewusstsein der Hanauer Bürgerinnen und Bürger gerückt werden.“

Bauarbeiten auf ZOB-Nordseite

Wegen Reparaturarbeiten am Zentralen Busbahnhof Freiheitsplatz ab Montag, 9. Oktober, müssen sich Fahrgäste für zwei bis drei Wochen auf wenige vorübergehende Änderungen einstellen.

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