Erste Busschule der HSB mit Kita-Kindern
„Das stehen ja Stühle drin“, so der erstaunte Ausruf eines Fünfjährigen. Nur sechs der 19 Mädchen und Jungen, die Michael Rüfer von der HSB folgen, sind schon einmal mit dem Bus gefahren. Verkehrserziehung ist deshalb ein wichtiger Baustein in den städtischen Kindertagesstätten. „Mit unserem einmaligen Angebot betreiben wir Basisarbeit“, erklärt HSB-Geschäftsführer Michael Takatsch. Bis zu den Sommerferien werden Gruppen aus sechs städtischen Kindertageseinrichtungen die Busschule absolviert haben. Die Busschule für Viert- und Fünftklässler gibt es bereits seit 2003 und ist fest etabliert. „Die HSB war damals Vorreiterin in Hessen“, betont Takatsch.
„Die jüngeren Kinder“, weiß er aus Erzählungen, „nehmen zwar unsere Busse im Straßenraum war, verknüpfen damit aber nicht, dass sie davon auch einen Nutzen haben können.“ Das bestätigt Erzieherin Manuela Jensen von der Kita Janusz Korczak. „Die meisten unserer Kinder werden entweder zu fuß oder mit dem Auto ihrer Eltern in unsere Einrichtung gebracht.“
Das könnte sich nach dem Besuch der HSB-Busschule ändern. „Ich will mit meiner Mama bald auch mal Bus fahren und zeige ihr dann alles.“ Das kleine Mädchen hat gut aufgepasst, was Michael Rüfer der Gruppe bei der gut einstündigen Besichtigung erklärt hat. Im Fahrerraum bestaunen sie die Maschine, mit der die Fahrer nach ihrer Arbeit das Geld der Fahrgäste zählen. „Das ist ja der Freiheitsplatz, wo meine Schwester zur Schule fährt.“ Gebannt blicken sie in der Leitstelle auf den Bildschirm der Videoüberwachung.
Wie der Rattenfänger von Hameln zieht Michael Rüfer anschließend mit der munteren Schar über das Betriebsgelände, Wer eine Hand von ihm ergriffen hat, lässt sie nicht mehr los und nutzt die Gelegenheit, ihm Löcher in den Bauch zu fragen. „Wieso hat der Bus so viele Räder, wo kommt das Benzin rein“ und – das ist die häufigste Frage, „wann fahren wir endlich mit dem Bus?“
Bevor sie einsteigen dürfen, wird es noch mal ernst. Michael Rüfer und Walter Janouschek, Kriminalhauptkommissar a.D. und seit vielen Jahren Sicherheitsberater für die HSB, demonstrieren eindrucksvoll, was passiert, wenn Kinder zu dicht am Fahrbahnrand stehen, wenn der Bus am Bürgersteig hält: Die rot-weißen Hütchen fallen um und werden unter den Bus gezogen. „Oh je, wenn das jetzt Menschen wären.“ Deshalb immer zwei Schritte von der Bürgersteigkante zurücktreten – das übt die ganze Gruppe gleich vor Ort.
Wie wichtig die zweite Lektion, das Festhalten im Bus ist, führt Michael Rüfer bei der Sonderfahrt über das Gelände vor. „Achtung, jetzt gleich bremse ich scharf“ - und ein Ruck geht durch den Bus. Die Kinder, die Hände fest am Griff, johlen „noch mal“ und würden am liebsten nach zwei Runden gar nicht aussteigen.